Liguster vermehren: 8 Schritte für eine gesunde neue Pflanze

9 January 2026

Liguster vermehren: 8 Schritte für eine gesunde neue Pflanze

Liguster durch Stecklinge zu vermehren ist eine einfache und kostengünstige Methode, um selbst neue Pflanzen anzuziehen. Der Kauf neuer Pflanzen entfällt damit. Beim Vermehren durch Stecklinge behältst du außerdem die Eigenschaften der Mutterpflanze, sodass die neuen Sträucher genau das gleiche Aussehen haben.

Schneide Stecklinge vom Liguster, um eine neue Ligusterhecke anzulegen oder eine ausgewachsene Pflanze zu vermehren. Entdecke hier die beste Zeit zur Vermehrung, die richtigen Hilfsmittel und eine klare 8-Schritte-Anleitung für kräftige, gesunde Pflanzen.

Schritt 1: Schneide einen gesunden Trieb ab

Schneide mit einer scharfen, sauberen Gartenschere einen jungen, gesunden Trieb von etwa 15 cm Länge ab. Wähle halbverholzte Stecklinge oder junge Triebe aus der aktuellen Wachstumsperiode. Schneide den Trieb direkt unterhalb eines Blattknotens ab. So erhöhst du die Chance auf eine erfolgreiche Bewurzelung der Heckenpflanze.

Eine Person schneidet mit einer Gartenschere einen gesunden Zweig eines Ligusters ab

Schritt 2: Entferne die unteren Blätter

Entferne die unteren Blätter des Triebs, sodass ein kahler Stiel von fünf Zentimetern entsteht. Lass die oberen Blätter sitzen: Sie sorgen für Photosynthese und beschleunigen das Wachstum. Durch das Entfernen der unteren Blätter verhinderst du Infektionen durch verrottendes Laub.

Eine Person entfernt die unteren Blätter eines Liguster-Stecklings

Schritt 3: Schneide die Unterseite schräg ab

Schneide die Unterseite des Stecklings mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere schräg ab. Ein schräger Schnitt vergrößert die Oberfläche und fördert die Wurzelbildung. Sorge für einen glatten Schnitt: Das fördert die Bewurzelung und verringert das Schimmelrisiko.

Schritt 4: Lass den Steckling nicht austrocknen

Der Liguster hat relativ weiche Triebe, die schnell austrocknen. Bewahre den Steckling bis zum Einpflanzen daher in einem feuchten Tuch oder in Wasser auf. Ein ausgetrockneter Steckling wurzelt schlecht.

Ein Liguster-Steckling wird vor dem Einpflanzen feucht gehalten

Schritt 5: Tauche den Steckling in Bewurzelungspulver

Tauche die Unterseite des Stecklings in Bewurzelungspulver. Das stimuliert die Wurzelbildung und beschleunigt den Prozess. Klopfe überschüssiges Pulver ab – verwende eine dünne Schicht für das beste Ergebnis.

Schritt 6: Setze den Steckling in einen Topf mit lockerem Stecksubstrat

Fülle einen Topf mit lockerem Stecksubstrat – das ist Blumenerde vermischt mit Sand oder Perlite. Stecksubstrat ist locker, hält Feuchtigkeit, leitet überschüssiges Wasser ab und fördert die Bewurzelung. Setze den Steckling etwa fünf cm tief in die Erde und drücke ihn vorsichtig an, sodass der neue Liguster fest sitzt. Vermeide Verdichtung – das behindert das Wurzelwachstum.

Ein Liguster-Steckling wird in einen Topf mit Stecksubstrat gesetzt

Schritt 7: Sorge für ein feuchtes Klima

Decke den Topf mit einem transparenten Plastikbeutel ab oder verwende ein kleines Anzuchtgewächshaus, um ein feuchtes Klima zu schaffen. So bleibt der Steckling stark genug, um Wurzeln zu bilden. Achte darauf, dass das Plastik den Steckling nicht berührt, um Schimmelbildung zu verhindern.

Ein Liguster-Steckling wird mit einem Plastikbeutel abgedeckt

Schritt 8: Stelle den Steckling an einen hellen Ort (nicht in direktes Sonnenlicht)

Stelle den Steckling an einen hellen Ort, aber vermeide direktes Sonnenlicht. Der Liguster gewöhnt sich schnell an Licht, aber intensive Mittagssonne sollte vermieden werden. Halte die Erde feucht und prüfe nach sechs bis acht Wochen vorsichtig, ob der Steckling bei einem leichten Zug Widerstand bietet: Das ist ein Zeichen, dass sich die ersten Wurzeln gebildet haben.

Was benötigst du zur Vermehrung eines Ligu­sters?

Zur Vermehrung eines Ligu­sters durch Stecklinge benötigst du eine Gartenschere, Bewurzelungspulver, Blumenerde, Handschuhe, Töpfe oder Anzuchtschalen, ein scharfes Messer und einen transparenten Beutel oder ein kleines Anzuchtgewächshaus.

  • Gartenschere: Zum Abschneiden eines gesunden Triebs von der Mutterpflanze.

  • Bewurzelungspulver: Fördert das Wurzelwachstum der Heckenpflanze.

  • Blumenerde: Vermischt mit Sand oder Perlite sorgt Blumenerde für ein lockeres Substrat mit ausreichend Nährstoffen.

  • Handschuhe: Schütze deine Haut vor Reizungen durch den Saft des Ligu­sters.

  • Scharfes Messer: Zum sauberen und schrägen Abschneiden des Stecklings sowie zum Entfernen der unteren Blätter.

  • Töpfe, Anzuchtschalen: Gefüllt mit lockerem Substrat setzt du hier die Stecklinge ein.

  • Transparenter Plastikbeutel oder Anzuchtgewächshaus: Zum Schaffen eines feuchten Klimas für die neuen (halb)laubabwerfende Heckenpflanzen. und zur Förderung der Wurzelbildung.

Wann kannst du einen Liguster vermehren?

Du kannst einen Liguster im August oder September durch Stecklinge vermehren. Das ist die beste Zeit, da die Triebe dann halbverholzt und weniger empfindlich sind. Außerdem sind die Temperaturen milder und die Luftfeuchtigkeit höher, was die Wurzelbildung fördert.

Stecklinge im Frühjahr zu nehmen ist ebenfalls möglich, aber weniger effektiv. Die jungen Triebe der Heckenpflanze sind dann noch weich, wodurch sie schneller austrocknen, sich leichter beschädigen und langsamer wurzeln.

Häufige Fehler beim Vermehren von Liguster

Die Vermehrung von Liguster durch Stecklinge muss sorgfältig erfolgen, um eine kräftige neue Heckenpflanze zu erhalten. Häufige Fehler sind vermeidbar:

  • Zu nasse Erde: Die Stecklinge können in einer zu nassen Umgebung faulen. Halte das Stecksubstrat leicht feucht, aber vermeide Staunässe. Prüfe mit dem Finger, ob die Erde kühl und leicht feucht ist, ohne dass Wasser an deinem Finger haftet.

  • Zu wenig Licht: Lichtmangel verlangsamt oder verhindert das Wachstum. Stelle die Stecklinge an einen hellen Ort, aus der direkten Sonne.

  • Keine ausreichende Luftzirkulation: Schlechte Belüftung erhöht das Schimmelrisiko. Sorge für ausreichende Luftströmung, besonders bei Stecklingen unter Plastik. Nimm einmal täglich für eine Stunde den Plastikbeutel vom Topf oder öffne den Deckel des Anzuchtgewächshauses.

  • Zu junges oder beschädigtes Steckmaterial: Verwende immer gesunde, halbverholzte Triebe einer ausgewachsenen Heckenpflanze. Zu junge oder beschädigte Stecklinge bilden kaum Wurzeln oder sterben ab.